Fragen

... zum Heilpraktiker für Psychotherapie

Wieso Heilpraktikerin zusätzlich zum Theatertherapie-Studium?

 

In Deutschland sind Heilberufe und deren Ausübung klar geregelt. Kunsttherapeuten, Theatertherapeuten u.a. haben kein medizinisches Studium absolviert. Sie dürfen zwar in Psychiatrien und Tageskliniken therapeutisch arbeiten, da sie dort unter der "Aufsicht" eines Arztes / einer Ärztin stehen und angestellt sind. Wenn sie jedoch selbstständig therapeutisch in eigener Praxis arbeiten möchten, benötigen sie zusätzlich eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.

Welche Ausbildung oder Qualifikation hat eine Heilpraktikerin für Psychotherapie?

 

Es gibt Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie. Letztere beschränken sich in ihrer Ausbildung und Prüfung auf psychotherapeutische Themengebiete und dürfen im Berufsleben keine körperlichen Beschwerden behandeln.

 

Die Ausbildung für Heilpraktiker ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Um die Berufsbezeichnung "Heilpraktikerin für Psychotherapie" tragen zu dürfen, braucht man eine Erlaubnis durch das Gesundheitsamt. Dort legt man ein ärztliches Attest über die eigene körperliche und psychische Eignung und ein polizeiliches Führungszeugnis vor und weist nach, welche Therapiemethode man erlernt hat und anwenden möchte (in meinem Fall Theatertherapie, erlernt durch ein Hochschul-Studium).

 

In einer schriftlichen Prüfung wird Fachwissen über gesetzliche Grundlagen, klassische Therapieformen sowie sämtliche psychische Störungsbilder abgefragt, wie Demenzen, Alkoholsucht und Drogen-Abhängigkeit, Schizophrenien, Depressionen und Manie, Essstörungen, Zwangsstörungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, ADHS, Autismus, Tic-Störungen u.a. Es wird vorausgesetzt, dass man Fachbegriffe wie "rezidivierende zerebrale Insulte", "Anankasmus" oder "Enuresis" beherrscht und verschiedene sich ähnelnde Störungsbilder differenzialdiagnostisch voneinander abgrenzen (unterscheiden) kann. Um die Prüfung zu bestehen, muss man mindestens 75% der Fragen richtig beantworten. Danach folgt noch eine kurze mündliche Prüfung.

 

Die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie ist selbstverständlich nicht mit einem Medizinstudium oder Psychologiestudium zu vergleichen, bedarf aber dennoch einer mindestens halbjährigen Ausbildung und Vorbereitung, um sie bestehen zu können. Mein Tipp: Bei der Suche nach einer geeigneten Heilpraktikerin immer darauf achten, welche weiteren Qualifikationen sie hat und welche Methoden sie anbietet.

Darf eine Heilpraktikerin für Psychotherapie Medikamente (Psychopharmaka) verschreiben?

 

Nein. Eine Heilpraktikerin ist keine Medizinerin und darf deshalb auch keine Medikamente verschreiben. Psychische Störungsbilder, die eine organische Ursache (z.B. Demenz) oder eine Ursache im Hirnstoffwechsel haben (z.B. Schizophrenie, bipolare Störung, schwere Depression) und medikamentös behandelt werden sollten, gehören in den Bereich eines Facharztes oder einer Fachärztin.